Page 76 - Galerie Ewald Schrade - Mochental - Tobias Röthel - Stahlwerke
P. 76
Paarweise einander gegenüberstehend, bieten die Skulpturen
im Hubertussaal eine unmittelbare Vergleichsmöglichkeit und
zeigen eindrucksvoll die enorme Vielfalt und Variationsbreite
der jeweiligen Formprinzipien auf. Die gesamte Spannweite
des Œvres des Künstlers – von seiner allerersten Skulptur,
ein einfacher Block mit einer einfachen Biegung, bis zu
seiner jüngsten Dynamik-Version – ist hier in der Ausstellung
„Stahlwelten“ zu sehen! Im Schöpfungsprozess lässt Thomas
Röthel sein Befinden in das Material einfließen, das dieses
aufnimmt. Rotglühender Stahl, sprühende Funken, materialauf-
brechendes, resolutes Hineinarbeiten mit dem Schneidbrenner:
Beeindruckend werden im Durchgang zum Saal die archaischen
Arbeitsmethoden auf dokumentierenden Fotografien den ent-
sprechenden oder ähnlichen Werken zugeordnet.
Verblüffend klar sind seine luftig-leichten Werke, in denen der
Künstler in einem prozessorientierten und zunächst ergebnisof-
fenen Verfahren tonnenschweren, kompakten und versiegelten
Stahl in balancierende und schwingende Raumzeichnungen
verwandelt, die sich im Spannungsfeld zwischen Innenleben
und Außenhaut dynamisch öffnen, drehen, biegen und aufbre-
chen. Gerade dieses prozessorientierte Verfahren, wie Thomas
Röthel es anwendet, erfordert Mut, Experimentierfreude,
körperliche Fitness und Ausdauer.
76 77

