Page 10 - Galerie Ewald Schrade - Mochental - Tobias Röthel - Stahlwerke
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Schloß Mochental
Imposant thront das Schlossensemble Mochental in Ehingen, Stahlelementen mit jeweils identischen Maßen und iden-
ein um 1730 erbautes dreiflügeliges Architekturjuwel, über tischem Gewicht. Gleich zu Beginn gibt Thomas Röthel ein
sanft geschwungenen grünen Hügeln, auf denen man über- klares Statement für die ungebrochene Risikobereitschaft ab,
raschende Stahlgroßskulpturen des Künstlers Thomas Röthel, geht bis an die Grenzen des Machbaren und lässt die Betrach-
einer der angesehensten und außergewöhnlichsten Stahlbild- tenden das auch gefühlsmäßig nachempfinden.
hauer in Deutschland, entdeckt. Sie schenken uns verrückte Mit Entschlossenheit und Präzision beschreitet er immer
Raumerlebnisse und machen Appetit auf die kleineren wieder neue Wege, erforscht z. B. die Bandbreite möglicher
Versionen unterschiedlichster Werkreihen, die im barocken Verschiebungswinkeln beim einfühlsamen Versetzen der
Ambiente der geschichtsträchtigen Innenräume, Hauptsitz der Einzelteile zueinander: Die Schalen des Werkes vor ort driften
Galerie Ewald Schrade seit 1985, zum Staunen bringen. besonders aus einem Blickwinkel mit zunehmendem Abstand
von der stabilen Mitte derart weit auseinander, dass nur
Bereits beim Aufstieg zu den Ausstellungsräumen und wenig Fläche bleibt, in der sie liegend Halt finden und inein-
anschließend im Eingangsbereich des Schlosses, aber auch ander ruhen. Ein dauerhaftes Ausbalancieren der drei extrem
im einzigartigen Hubertussaal und in lichten Nebenräumen zueinander versetzen Schalen erscheint nahezu unmöglich
laden die Werke dazu ein, sie zu umschreiten, mit jedem und die Auflösung des Schwebezustandes in jedem Moment
Blick Neues zu entdecken, uns hinreißen zu lassen und zu unausweichlich: Fesselnder geht es nicht!
verweilen. Auf ganz unterschiedliche Weise ergreifen uns
diese Unikate aus nachhaltigem und überdauerndem Stahl Wie viel Energie und Emotion in diesen Kunstwerken stecken!
und regen assoziationsstark die Phantasie an. Einmalig ist die Nicht weit von der monumentalen Dreifach-Schale entfernt
differenzierte Haptik und Farbchangierung auf der millime- schaut man am Hang gegenüber, mit Blick zum hochgele-
terzarten Rosthaut, die sich auf den samtigen, zerschundenen genem Schlossgebäude, auf eine extreme, große Dynamik:
und körnigen oberflächen dieser Stahlskulpturen legt. Zwei schlanke, grazile Stahlstelen beginnen und beenden den
gemeinsamen über drei Meter hohen Aufstieg untrennbar
Empfangen wird der Besucher auf dem mäandernden Auf- verbunden. Sie entfalten sich gewächsartig in unterschiedlich
stieg an der Zufahrt des Schlosses von einer sehr luftigen, stark ausladenden Schleifen umeinander und schrauben sich
neu ausbalancierten Dreifach-Schale aus massiven, gewölbten kraftvoll spiralförmig in den Raum: Pure Dynamik!
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