Page 11 - Galerie Ewald Schrade - Mochental - Tobias Röthel - Stahlwerke
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 Schloß Mochental












 Imposant thront das Schlossensemble Mochental in Ehingen,   Stahlelementen mit jeweils identischen Maßen und iden-
 ein um 1730 erbautes dreiflügeliges Architekturjuwel, über   tischem Gewicht. Gleich zu Beginn gibt Thomas Röthel ein
 sanft geschwungenen grünen Hügeln, auf denen man über-  klares Statement für die ungebrochene Risikobereitschaft ab,
 raschende Stahlgroßskulpturen des Künstlers Thomas Röthel,   geht bis an die Grenzen des Machbaren und lässt die Betrach-
 einer der angesehensten und außergewöhnlichsten Stahlbild-  tenden das auch gefühlsmäßig nachempfinden.
 hauer in Deutschland, entdeckt. Sie schenken uns verrückte   Mit Entschlossenheit und Präzision beschreitet er immer
 Raumerlebnisse und machen Appetit auf die kleineren   wieder neue Wege, erforscht z. B. die Bandbreite möglicher
 Versionen unterschiedlichster Werkreihen, die im barocken   Verschiebungswinkeln beim einfühlsamen Versetzen der
 Ambiente der geschichtsträchtigen Innenräume, Hauptsitz der   Einzelteile zueinander: Die Schalen des Werkes vor ort driften
 Galerie Ewald Schrade seit 1985, zum Staunen bringen.   besonders aus einem Blickwinkel mit zunehmendem Abstand
 von der stabilen Mitte derart weit auseinander, dass nur
 Bereits beim Aufstieg zu den Ausstellungsräumen und   wenig Fläche bleibt, in der sie liegend Halt finden und inein-
 anschließend im Eingangsbereich des Schlosses, aber auch   ander ruhen. Ein dauerhaftes Ausbalancieren der drei extrem
 im einzigartigen Hubertussaal und in lichten Nebenräumen   zueinander versetzen Schalen erscheint nahezu unmöglich
 laden die Werke dazu ein, sie zu umschreiten, mit jedem   und die Auflösung des Schwebezustandes in jedem Moment
 Blick Neues zu entdecken, uns hinreißen zu lassen und zu   unausweichlich: Fesselnder geht es nicht!
 verweilen. Auf ganz unterschiedliche Weise ergreifen uns
 diese Unikate aus nachhaltigem und überdauerndem Stahl   Wie viel Energie und Emotion in diesen Kunstwerken stecken!
 und regen assoziationsstark die Phantasie an. Einmalig ist die   Nicht weit von der monumentalen Dreifach-Schale entfernt
 differenzierte Haptik und Farbchangierung auf der millime-  schaut man am Hang gegenüber, mit Blick zum hochgele-
 terzarten Rosthaut, die sich auf den samtigen, zerschundenen   genem Schlossgebäude, auf eine extreme, große Dynamik:
 und körnigen oberflächen dieser Stahlskulpturen legt.  Zwei schlanke, grazile Stahlstelen beginnen und beenden den
 gemeinsamen über drei Meter hohen Aufstieg untrennbar
 Empfangen wird der Besucher auf dem mäandernden Auf-  verbunden. Sie entfalten sich gewächsartig in unterschiedlich
 stieg an der Zufahrt des Schlosses von einer sehr luftigen,   stark ausladenden Schleifen umeinander und schrauben sich
 neu ausbalancierten Dreifach-Schale aus massiven, gewölbten   kraftvoll spiralförmig in den Raum: Pure Dynamik!

















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